Wer 2026 als Selbstständiger bei der SVS versichert ist, zahlt mindestens 160,81 € im Monat, auch wenn das Geschäft noch kaum etwas abwirft. Nach oben ist bei 2.182,17 € Schluss: Ab einem Jahreseinkommen von 97.020 € steigen die Beiträge nicht weiter. Dazwischen gilt ein Satz von 26,83 % der Beitragsgrundlage plus ein fixer Unfallversicherungsbeitrag.
- Mindestbeitragsgrundlage 2026: 551,10 € im Monat, 6.613,20 € im Jahr.
- Höchstbeitragsgrundlage 2026: 8.085 € im Monat, 97.020 € im Jahr.
- Beitragssätze: 18,5 % Pensionsversicherung, 6,8 % Krankenversicherung, 1,53 % Selbständigenvorsorge, zusammen 26,83 %.
- Unfallversicherung: 12,96 € im Monat, unabhängig vom Einkommen.
- Fällig sind die Beiträge vierteljährlich, jeweils am Ende des zweiten Quartalsmonats: Ende Februar, Mai, August und November.
- Die SVS-Beiträge sind Betriebsausgaben, bei der Pauschalierung zusätzlich zur Pauschale. Einen weiteren Abzug als Sonderausgabe gibt es nicht.
So setzen sich die Beiträge zusammen
Die Beiträge bestehen aus drei Prozentsätzen, die auf die Beitragsgrundlage angewendet werden, und einem Fixbetrag. Die Sätze gelten für Gewerbetreibende und Neue Selbständige gleichermaßen.
Beitrag |
Satz 2026 |
Bemessung |
|---|---|---|
Pensionsversicherung |
18,5 % |
Beitragsgrundlage, nachträglich an das tatsächliche Einkommen angepasst |
Krankenversicherung |
6,8 % |
Beitragsgrundlage, bei Gewerbetreibenden in den ersten zwei Kalenderjahren fix die Mindestbeitragsgrundlage |
Selbständigenvorsorge |
1,53 % |
vorläufige Beitragsgrundlage in der Krankenversicherung, wird an eine Vorsorgekasse überwiesen |
Unfallversicherung |
12,96 € im Monat |
Fixbetrag, unabhängig vom Einkommen |
Die Grenzen der Beitragsgrundlage legt nicht die SVS fest, sie ergeben sich aus dem Gesetz. Die Mindestbeitragsgrundlage entspricht der Geringfügigkeitsgrenze des ASVG (§ 25 Abs. 4 GSVG), die Höchstbeitragsgrundlage ergibt sich aus § 48 GSVG.
Was Sie 2026 konkret zahlen
Die folgenden Werte rechnen mit der Beitragsgrundlage, nicht mit dem Gewinn. Wie aus dem Gewinn die Beitragsgrundlage wird, steht im nächsten Abschnitt.
Beitragsgrundlage im Jahr |
Pro Monat |
SVS-Beitrag im Monat |
SVS-Beitrag im Jahr |
|---|---|---|---|
6.613,20 € (Mindestbeitragsgrundlage) |
551,10 € |
160,81 € |
1.929,72 € |
25.000 € |
2.083,33 € |
571,93 € |
6.863,16 € |
50.000 € |
4.166,67 € |
1.130,87 € |
13.570,44 € |
97.020 € (Höchstbeitragsgrundlage) |
8.085 € |
2.182,17 € |
26.186,04 € |
Berechnung: 26,83 % der monatlichen Beitragsgrundlage plus 12,96 € Unfallversicherung, je Beitrag auf Cent gerundet. Werte laut SVS und WKO für 2026.
Über der Höchstbeitragsgrundlage bleibt der Beitrag gleich. Wer 150.000 € Gewinn macht, zahlt dieselben 26.186,04 € wie jemand mit 97.020 €.
Wie die Beitragsgrundlage berechnet wird
Ausgangspunkt sind die Einkünfte aus der selbstständigen Tätigkeit laut Einkommensteuerbescheid. Weil die SVS-Beiträge den steuerlichen Gewinn als Betriebsausgabe bereits gemindert haben, werden die im selben Jahr vorgeschriebenen Beiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung wieder hinzugerechnet (§ 25 Abs. 2 GSVG). Unfallversicherung und Selbständigenvorsorge zählen dabei nicht mit.
Beitragsgrundlage = Einkünfte laut Steuerbescheid + im Jahr vorgeschriebene KV- und PV-Beiträge
Ein Beispiel: Ein Ein-Personen-Unternehmen hat 35.000 € Gewinn. Im selben Jahr hat die SVS Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge von zusammen 8.000 € vorgeschrieben. Die Beitragsgrundlage beträgt 43.000 € im Jahr, also 3.583,33 € im Monat. Ein Investitionsfreibetrag wird nicht hinzugerechnet.
Vorläufige Beiträge und die Nachzahlung
Das Einkommen eines Jahres steht erst fest, wenn der Steuerbescheid vorliegt. Bis dahin schreibt die SVS vorläufige Beiträge vor. Grundlage ist die Beitragsgrundlage des drittvorangegangenen Jahres, aufgewertet mit den Aufwertungszahlen der Zwischenjahre (§ 25a GSVG). Die vorläufigen Beiträge 2026 beruhen also auf dem Einkommen von 2023.
Bestand im drittvorangegangenen Jahr noch keine Pflichtversicherung, gilt die Mindestbeitragsgrundlage. Deshalb zahlen Gründer in den ersten drei Jahren vorläufig nur rund 161 € im Monat. Sobald der Steuerbescheid da ist, rechnet die SVS ab: Lag das Einkommen höher, folgt eine Nachzahlung, lag es niedriger, eine Gutschrift.
Für Gewerbetreibende gibt es eine Erleichterung in der Krankenversicherung: In den ersten beiden Kalenderjahren gilt die Mindestbeitragsgrundlage dort als vorläufige und endgültige Grundlage, sofern in den letzten zehn Jahren keine GSVG-Versicherung bestand (§ 25a Abs. 4 GSVG). Für diese zwei Jahre gibt es in der Krankenversicherung also keine Nachzahlung. Für Neue Selbständige gilt diese Regel nicht.
Eine Gewerbetreibende gründet 2025 und hat 2026 bereits 60.000 € Gewinn. Vorläufig zahlt sie 2026 Pensionsversicherung auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage, rund 1.223 € im ganzen Jahr. Endgültig beträgt die Beitragsgrundlage 61.673 € (Gewinn plus vorgeschriebene KV- und PV-Beiträge), die Pensionsversicherung dafür rund 11.410 €. Allein für die Pensionsversicherung 2026 kommt eine Nachzahlung von rund 10.190 €. Die Krankenversicherung wird für 2026 nicht nachbemessen, weil es ihr zweites Kalenderjahr ist. Die Nachzahlung wird fällig, sobald die SVS den Steuerbescheid erhalten hat, jeweils am Ende des zweiten Monats des Quartals, in dem sie vorgeschrieben wird.
Wer weiß, dass das laufende Jahr deutlich besser läuft, kann bei der SVS beantragen, die vorläufige Beitragsgrundlage hinaufzusetzen. Umgekehrt ist eine Herabsetzung möglich, wenn das Einkommen deutlich sinkt, aber nie unter die Mindestbeitragsgrundlage. Der Antrag ist bis zum Ende des jeweiligen Beitragsjahres möglich (§ 25a Abs. 5 GSVG). Wer die Hinaufsetzung nicht beantragt, sollte den absehbaren Differenzbetrag zumindest auf einem eigenen Konto zurücklegen. Mehr zu den ersten Jahren steht im Beitrag zur SVS für Jungunternehmer.
Wann die Beiträge fällig sind
Die SVS schreibt die Beiträge vierteljährlich vor. Fällig sind sie mit Ablauf des zweiten Monats im Quartal (§ 35 Abs. 2 GSVG):
- 1. Quartal: Ende Februar
- 2. Quartal: 31. Mai
- 3. Quartal: 31. August
- 4. Quartal: 30. November
Mit der ersten Vorschreibung im Februar schickt die SVS eine Jahresvorschau mit. Auf Wunsch zieht die SVS die Beiträge monatlich per Einziehungsauftrag ein. Das verteilt die Belastung gleichmäßiger, an der vierteljährlichen Fälligkeit ändert es nichts. Einen Rabatt für frühes Zahlen gibt es nicht.
Sonderfälle
Angestellt und selbstständig zugleich
Wer neben einer Anstellung selbstständig arbeitet, ist in beiden Systemen pflichtversichert. Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge fallen aber insgesamt nur bis zu einer Höchstbeitragsgrundlage an. Die SVS gleicht das von sich aus ab: Sie setzt die Beitragsgrundlage aus der Selbstständigkeit so an, dass die Grenze nicht überschritten wird, oder sie erstattet zu viel bezahlte Beiträge bis 30. Juni des Jahres nach der vollständigen Zahlung. Ein Antrag ist dafür nicht nötig. Die Unfallversicherung ist von diesem Ausgleich ausgenommen.
Geringe Einkünfte
Neue Selbständige, also Selbstständige ohne Gewerbeschein und ohne eigene Kammer, sind nur pflichtversichert, wenn ihre Einkünfte im Jahr 6.613,20 € übersteigen (§ 4 Abs. 1 Z 5 GSVG). Darunter entsteht keine Pflichtversicherung, ein Verzicht ist also gar nicht nötig. Wer trotzdem versichert sein will, kann das gegenüber der SVS erklären.
Gewerbetreibende sind dagegen ab dem ersten Euro pflichtversichert. Sie können auf Antrag eine Ausnahme von der Kranken- und Pensionsversicherung bekommen, wenn der Umsatz höchstens 55.000 € und die Einkünfte höchstens 6.613,20 € im Jahr betragen (§ 4 Abs. 1 Z 7 GSVG). Voraussetzung ist unter anderem, dass sie in den letzten 60 Monaten höchstens zwölf Monate nach dem GSVG pflichtversichert waren oder das Regelpensionsalter erreicht haben. Die Unfallversicherung bleibt bestehen.
Selbstständig in der Pension
Wer eine Alterspension bezieht und daneben selbstständig arbeitet, zahlt die vollen Beiträge. Dafür erhöht sich die Pension: Für die nach dem Regelpensionsalter gezahlten Pensionsversicherungsbeiträge gibt es einen besonderen Höherversicherungsbetrag, der jährlich berechnet und 14-mal im Jahr ausbezahlt wird. Nur den halben Pensionsversicherungsbeitrag zahlt, wer den Pensionsantritt über das Regelpensionsalter hinaus aufschiebt, und zwar für höchstens drei Jahre.
Steuerliche Behandlung
Die Pflichtbeiträge zur Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung sowie die Beiträge zur Selbständigenvorsorge sind Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 4 Z 1 EStG). Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zählt das Jahr der Zahlung, eine Nachzahlung mindert also den Gewinn des Jahres, in dem sie überwiesen wird.
Bei der Basispauschalierung und der Kleinunternehmerpauschalierung sind die SVS-Beiträge nicht in der Pauschale enthalten. Das Gesetz erlaubt ausdrücklich, sie neben den pauschalen Betriebsausgaben abzuziehen (§ 17 Abs. 1 und Abs. 3a Z 3 EStG). Das ist ein einziger Abzug als Betriebsausgabe. Ein zusätzlicher Abzug derselben Beiträge als Sonderausgabe ist nicht möglich.
Was die Beiträge für die Pension bringen
Jedes Jahr werden 1,78 % der Beitragsgrundlage auf dem Pensionskonto gutgeschrieben (§ 12 Abs. 2 APG). Die monatliche Bruttopension ist die Summe dieser Gutschriften, geteilt durch 14 (§ 5 Abs. 1 APG). In heutigen Werten, ohne Aufwertung und Pensionsanpassung, ergibt das nach 35 Versicherungsjahren:
Beitragsgrundlage, 35 Jahre lang |
Rechnung |
Bruttopension im Monat |
|---|---|---|
Mindestbeitragsgrundlage, 6.613,20 € |
6.613,20 × 1,78 % × 35 ÷ 14 |
rund 294 € |
Höchstbeitragsgrundlage, 97.020 € |
97.020 × 1,78 % × 35 ÷ 14 |
rund 4.317 € |
Die Pension folgt also direkt den Beiträgen. Wer jahrelang auf der Mindestbeitragsgrundlage versichert ist, baut kaum Anspruch auf. Gründer können beantragen, die Beitragsgrundlage in der Pensionsversicherung für das Kalenderjahr des Versicherungsbeginns und die beiden folgenden Kalenderjahre auf die Höchstbeitragsgrundlage zu erhöhen (§ 25 Abs. 6a GSVG). Die Beitragsdifferenz ist dann nachzuzahlen. Wie sich die staatliche Pension mit privater Vorsorge ergänzen lässt, steht im Beitrag zur Pension für Selbstständige.
Diese Informationen ersetzen keine individuelle Beratung. Ihre konkrete Beitragsvorschreibung und Sonderfälle klärt die SVS-Beratung, steuerliche Fragen Ihre Steuerberatung. Stand der Informationen: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die SVS-Mindestbeitragsgrundlage 2026?
551,10 € im Monat oder 6.613,20 € im Jahr. Sie entspricht der Geringfügigkeitsgrenze des ASVG und ergibt einen Mindestbeitrag von 160,81 € im Monat, Unfallversicherung eingerechnet.
Wie hoch ist die SVS-Höchstbeitragsgrundlage 2026?
8.085 € im Monat oder 97.020 € im Jahr. Der höchste Monatsbeitrag liegt bei 2.182,17 €, im Jahr bei 26.186,04 €. Einkommen darüber erhöht die Beiträge nicht.
Wann muss ich die SVS-Beiträge zahlen?
Vierteljährlich, jeweils am Ende des zweiten Monats im Quartal: Ende Februar, 31. Mai, 31. August und 30. November. Auf Wunsch zieht die SVS die Beiträge monatlich ein.
Kann ich die SVS-Beiträge bei der Pauschalierung absetzen?
Ja, zusätzlich zur Pauschale als Betriebsausgabe. Das gilt für die Basispauschalierung und die Kleinunternehmerpauschalierung. Einen zweiten Abzug als Sonderausgabe gibt es nicht.
Warum kommt nach drei Jahren eine Nachzahlung?
Weil die vorläufigen Beiträge auf dem Einkommen des drittvorangegangenen Jahres beruhen, bei Gründern auf der Mindestbeitragsgrundlage. Liegt das tatsächliche Einkommen laut Steuerbescheid höher, verlangt die SVS die Differenz. Ein Antrag auf Hinaufsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage verhindert die große Nachzahlung.
Quellen
- SVS: Beiträge für Gewerbetreibende und Neue Selbständige
- SVS: Fälligkeit der Beiträge
- SVS: Hinaufsetzen der Beitragsgrundlage
- SVS: Pension und Erwerbstätigkeit
- WKO: Beitragswesen Selbständige 2026
- WKO: Gewerbliche Sozialversicherungsbeiträge, Ausmaß
- WKO: Mehrfachversicherung
- RIS: § 25a GSVG, vorläufige Beitragsgrundlage
- RIS: § 35 GSVG, Fälligkeit
- RIS: § 17 EStG, Pauschalierung
- RIS: § 12 APG, Kontoprozentsatz