2.436 Menschen haben 2025 in Österreich die Unternehmerprüfung bestanden, 448 davon in der Steiermark, 434 in Salzburg. Die Prüfung selbst kostet beim ersten und zweiten Antritt nichts. Teuer ist der Vorbereitungskurs. Und mancher braucht weder Kurs noch Prüfung: Ein kaufmännischer Lehrabschluss, eine HAK oder drei Jahre in kaufmännisch leitender Stellung ersetzen sie.
- Die Unternehmerprüfung ist Modul 5 jeder Meisterprüfung und Teil fast aller Befähigungsprüfungen. Für freie Gewerbe brauchen Sie sie nicht.
- Erst- und Zweitantritt sind gebührenfrei, die Kosten trägt der Bund. Ab dem dritten Antritt verlangt die Meisterprüfungsstelle 493 € (Stand ab 1. Juli 2026).
- Wer ohne Rücktritt nicht zum Termin erscheint, verbraucht trotzdem einen der beiden freien Antritte.
- WIFI-Vorbereitungskurse kosten 1.790 bis 2.490 € (Stand Oktober 2026), das Land Oberösterreich fördert sie mit 40 Prozent.
- Schriftlich dauert die Prüfung vier Stunden, davon zwei Stunden Projektarbeit. Mündlich sind es 20 bis 40 Minuten.
- Die bestandene Unternehmerprüfung ersetzt auch die Ausbilderprüfung für die Lehrlingsausbildung. Ein Entfall wegen Schule oder Studium tut das nicht.
Wofür Sie die Unternehmerprüfung brauchen
Die Gewerbeordnung baut jede Meisterprüfung aus fünf Modulen auf. Modul 1 bis 3 prüfen das Fach, Modul 4 ist die Ausbilderprüfung, und Modul 5 ist laut § 21 GewO die Unternehmerprüfung. Wer also Bäcker, Friseurin, Tischler oder Kfz-Technikerin mit eigenem Betrieb werden will, kommt an ihr nicht vorbei, denn alle diese Gewerbe sind in § 94 GewO als Handwerk eingestuft. Befähigungsprüfungen für andere reglementierte Gewerbe folgen nach § 22 GewO derselben Struktur und enthalten die Unternehmerprüfung deshalb in den meisten Fällen.
Bei einem freien Gewerbe stellt sich die Frage nicht. Ein Handelsgewerbe, etwa für einen Onlineshop, lässt sich ohne jeden Befähigungsnachweis über GISA anmelden. Welche Tätigkeiten dazu zählen, steht in der Übersicht zu freien Berufen und freien Gewerben.
Einmal bestanden, gilt die Prüfung dauerhaft. Sie wird bei jeder weiteren Meister- und bei fast jeder Befähigungsprüfung angerechnet, ein Ablaufdatum kennt die Unternehmerprüfungsordnung nicht. Wer zuerst eine Befähigungsprüfung für ein Gewerbe ablegt und zehn Jahre später ein zweites anmeldet, legt den kaufmännischen Teil also nur einmal ab.
Dazu kommt die Lehrlingsausbildung: Wer die Unternehmerprüfung bestanden hat, darf auch Lehrlinge ausbilden. Laut WKO ersetzt sie die Ausbilderprüfung, die sonst eigens abzulegen wäre.
Was die Unternehmerprüfung 2026 kostet
Seit dem Meister- und Befähigungsprüfungs-Finanzierungsgesetz übernimmt der Bund die Prüfungsgebühren für den ersten und zweiten Antritt. Die Regelung gilt rückwirkend für Prüfungen ab 1. Juli 2023. Erst ab dem dritten Antritt wird die Gebühr vorgeschrieben, und zwar mit der Anmeldung.
Ihre Höhe hängt am Beamtengehalt: 14 Prozent des Gehalts eines Bundesbeamten der Dienstklasse V, Gehaltsstufe 2, aufgerundet auf volle Euro. Weil dieses Gehalt mit 1. Juli 2026 gestiegen ist, nennt die aktuelle WKO-Gebührentabelle für die Unternehmerprüfung 493 €. Wird nur ein Teil wiederholt, sinkt der Satz auf 10 Prozent. Wer nachweist, dass die Gebühr wegen Einkommen oder Sorgepflichten eine erhebliche Härte wäre, kann sie bis auf zwei Fünftel ermäßigen lassen.
Ein freier Antritt ist schnell verloren. Nach § 4 der Unternehmerprüfungsordnung zählt das Nichterscheinen als Antritt, wenn Sie nicht rechtzeitig zurückgetreten sind. Ohne Angabe von Gründen geht das schriftlich bis 14 Kalendertage vor Prüfungsbeginn. Danach nur noch, wenn Sie glaubhaft machen, dass Sie aus nicht selbst zu vertretenden Gründen fernbleiben, etwa wegen Krankheit. Wer schon zweimal angetreten ist, zahlt beim dritten Mal die vollen 493 €.
Der eigentliche Kostenblock ist die Vorbereitung. Die WIFIs der Länder bieten dafür das "Unternehmertraining" an, Umfang und Preis unterscheiden sich deutlich:
Anbieter und Kurs |
Umfang |
Form |
Preis |
|---|---|---|---|
180 Lehreinheiten |
online, abends |
1.900 bis 1.980 € |
|
168 Stunden |
Präsenz oder Präsenz plus online |
2.100 € |
|
180 Lehreinheiten |
Präsenz, gemischt oder live online |
2.450 € |
|
188 Trainingseinheiten |
Präsenz oder live online mit eLearning |
2.490 € |
|
96 Trainingseinheiten |
Präsenz |
1.790 € |
|
6 Trainingseinheiten |
Präsenz, ein Halbtag |
180 € |
Quelle: Kursseiten der WIFIs, Termine ab Oktober 2026, Preise inklusive Unterlagen, Stand Oktober 2026.
Der volle Kurs kostet in Wien also 510 bis 590 € weniger als in Oberösterreich. Gerechnet auf die Einheit liegt Wien bei 10,56 bis 11,00 €, Oberösterreich bei 13,24 €. Allerdings fördert das Land Oberösterreich Vorbereitungskurse auf Meister-, Befähigungs- und Unternehmerprüfungen über das Oö. Bildungskonto mit 40 Prozent der Kurskosten, maximal 2.400 €. Aus 2.490 € werden damit 996 € Förderung und 1.494 € Eigenanteil, weniger als der Wiener Onlinekurs. Wer nicht in Oberösterreich wohnt, fragt bei der Bildungsförderung des eigenen Landes und bei der Arbeiterkammer nach.
Steuerlich zählen Kurskosten als Werbungskosten, wenn sie mit dem ausgeübten oder einem verwandten Beruf zusammenhängen (§ 16 Abs. 1 Z 10 EStG). Bei einer Angestellten, die im Betrieb ohnehin kalkuliert und sich auf die Meisterprüfung vorbereitet, spricht viel für diesen Zusammenhang. Bei einem Berufswechsel kommt es darauf an, ob die Maßnahme als umfassende Umschulung durchgeht.
Ablauf: vier Stunden schriftlich, bis zu 40 Minuten mündlich
Was geprüft wird, legt § 3 der Unternehmerprüfungsordnung fest. Sechs Themenbereiche: Kommunikation und Verhalten gegenüber Kunden, Lieferanten, Banken und Behörden, Marketing, Organisation, unternehmerische Rechtskunde, Rechnungswesen sowie Mitarbeiterführung und Personalmanagement. Die Prüfung soll zeigen, ob jemand die Zusammenhänge in einem Unternehmen versteht und bei einer Gründung anwenden kann. Auswendig gelernte Definitionen helfen dabei wenig.
Teil |
Dauer |
Inhalt |
|---|---|---|
Schriftlich: Projektarbeit |
2 Stunden |
ein bereichsübergreifendes Fallbeispiel, das alle sechs Themen berühren kann |
Schriftlich: Fragen und kurze Fälle |
2 Stunden |
Schwerpunkt Marketing, Organisation und Rechnungswesen |
Mündlich |
20 bis 40 Minuten |
Schwerpunkt Kommunikation, Rechtskunde und Mitarbeiterführung, mindestens ein Fallbeispiel |
Für den schriftlichen Teil sind vier Stunden vorgesehen, nach fünf Stunden wird er beendet. Zwischen dem schriftlichen und dem mündlichen Teil müssen mindestens zwei Stunden und dürfen höchstens drei Monate liegen. In Wien gilt laut Meisterprüfungsstelle: Wer beim schriftlichen Termin fehlt, kann auch zum mündlichen nicht antreten.
Fällt nur ein Teil negativ aus, müssen Sie nicht alles wiederholen. Schriftlich und mündlich gelten jeweils als eigener Prüfungsgegenstand, den Umfang der Wiederholung legt die Prüfungskommission fest. Welche Unterlagen und Hilfsmittel Sie mitbringen dürfen, steht in der Einladung der Meisterprüfungsstelle.
Typische Prüfungsfragen: eine Aufgabe aus der Musterklausur durchgerechnet
Die Wirtschaftskammer Wien stellt eine Musterklausur zur Unternehmerprüfung bereit, zwölf Seiten. Die Projektarbeit beginnt mit einem Dienstleistungsbetrieb, der eine Maschine um 75.000 € anschaffen will. Daraus entwickeln sich neun Aufgaben: Stundensatz kalkulieren, Wirtschaftlichkeit der Investition rechnen, ein Angebot samt Lieferbedingungen auswerten, ein Bankgespräch vorbereiten, die Bestellung als Geschäftsbrief schreiben, ein Organigramm zeichnen und Marketingmaßnahmen planen.
Im zweiten Block folgen kürzere Fälle: Marktpotenzial, Marktvolumen und Marktanteil berechnen, ein Marketingkonzept für eine Bäckerei mit sinkendem Umsatz, ein Mahnplan mit Erinnerungsschreiben, Deckungsbeiträge einer Speisekarte und eine Stellenbeschreibung samt den Schritten bei der Anmeldung eines Dienstnehmers.
Der Kern der Projektarbeit ist Kostenrechnung. Die Angaben: 500.000 € Gesamtkosten im Jahr, davon 30.000 € Material, 9.500 verkaufte Auftragsstunden, Bruttostundenlohn 10 € plus 100 Prozent Lohnnebenkosten, Gewinnzuschlag 15 Prozent auf die Stunde und 10 Prozent auf das Material. So sieht der Rechenweg aus:
Schritt |
Rechnung |
Ergebnis |
|---|---|---|
Lohneinzelkosten |
9.500 Stunden x 20 € (10 € Lohn + 100 % Nebenkosten) |
190.000 € |
Gemeinkosten |
500.000 € - 30.000 € Material - 190.000 € Lohn |
280.000 € |
Gemeinkostenstundensatz |
280.000 € / 9.500 Stunden |
29,47 € |
Selbstkosten je Stunde |
20 € + 29,47 € |
49,47 € |
Verkaufspreis je Stunde netto |
49,47 € + 15 % Gewinn |
56,89 € |
Umsatz aus Stunden |
470.000 € Lohn- und Gemeinkosten x 1,15 |
540.500 € |
Umsatz aus Material |
30.000 € + 10 % |
33.000 € |
Gesamtumsatz |
netto, mit 20 % Umsatzsteuer |
573.500 € / 688.200 € |
Den Umsatz rechnen Sie am besten über die Summe der Selbstkosten statt über den gerundeten Stundensatz. Mit 56,89 € x 9.500 kämen Sie auf 540.455 €, die 45 € Differenz sind reiner Rundungsfehler. Die Zahlen der Musterklausur sind erkennbar alt, ein Stundenlohn von 10 € entspricht keinem heutigen Kollektivvertrag, und als Krankenkasse steht noch die Steiermärkische Gebietskrankenkasse in der Angabe, die seit 2020 in der ÖGK aufgegangen ist. Am Rechenweg ändert das nichts. Wer als EPU ohne Angestellte rechnet, geht meist umgekehrt vom gewünschten Einkommen aus, so wie der Stundensatzrechner für Selbstständige.
Ähnlich mechanisch ist die Zinsaufgabe im Mahnplan: Auf eine offene Rechnung über 1.500 € plus 20 Prozent Umsatzsteuer kommen 12 Prozent Verzugszinsen pro Jahr für einen Monat und 5 € Mahnspesen. 1.800 € brutto, davon ein Zwölftel von 12 Prozent ergibt 18 €, zusammen also 1.823 €. Solche Punkte holen Sie mit Übung sicher. Schwieriger sind die offenen Fragen, etwa ob ein Angebot mit dem Vermerk "freibleibend" bindet oder wer laut den Lieferbedingungen die Transportkosten trägt. Genau diese Rechtskunde ist im mündlichen Teil Schwerpunkt.
Lösen Sie die Musterklausur zu Beginn der Vorbereitung unter Zeitdruck, also vier Stunden ohne Unterbrechung. Wer die Kostenrechnung und die Investitionsfrage in zwei Stunden schafft, braucht beim Rechnungswesen wenig Kurszeit. Wer an der Gemeinkostenrechnung hängen bleibt, sollte den vollen Kurs buchen und nicht den Kompaktkurs.
Wann die Prüfung entfällt
§ 8 der Unternehmerprüfungsordnung zählt eine lange Reihe von Abschlüssen auf, mit denen der Prüfungsteil Unternehmerprüfung bei einer Meister- oder Befähigungsprüfung wegfällt. Den Nachweis erbringen Sie durch Zeugnisse bei der Anmeldung.
Nachweis |
Bedingung |
|---|---|
Lehrabschlussprüfung in einem kaufmännischen Lehrberuf |
keine weitere |
Tätigkeit als Selbstständige oder in kaufmännisch leitender Stellung |
drei Jahre ununterbrochen, durch Zeugnisse belegt |
HAK, HLW, HTL samt Sonderformen |
erfolgreicher Abschluss |
Dreijährige Handelsschule, dreijährige Fachschule für wirtschaftliche Berufe, Tourismus- und Hotelfachschulen, mindestens dreijährige gewerbliche und technische Fachschulen |
bei Handelsschule und Fachschule für wirtschaftliche Berufe: Schulbeginn ab 1994/95 nur mit Abschlussprüfung |
Andere berufsbildende Schulen, Werkmeisterschulen, Fachakademien, Meisterschulen |
mindestens 160 Unterrichtseinheiten in den Prüfungsthemen, im Zeugnis nachgewiesen |
Studium Betriebswirtschaft, Handelswissenschaft, Internationale Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftspädagogik oder Rechtswissenschaften |
abgeschlossenes Studium |
Technische und naturwissenschaftliche Studien, FH-Studiengänge, Universitätslehrgänge |
mindestens 160 Unterrichtseinheiten in den Prüfungsthemen |
Betriebswirtschaftlicher Intensivlehrgang eines WIFI |
erfolgreicher Abschluss |
Unternehmerführerschein der WKO |
alle Module einschließlich Modul UP (§ 8a) |
Eine AHS-Matura steht nicht auf der Liste. Wer nach dem Gymnasium ein Handwerk lernt, legt die Unternehmerprüfung also regulär ab, außer ein Studium oder drei Jahre leitende Tätigkeit kommen dazu. Die Dreijahresregel steht zusätzlich direkt in § 21 GewO, für Meisterprüfungen ist sie damit doppelt abgesichert.
Der Unternehmerführerschein richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Die Module A, B und C werden online an der Schule geprüft und kosten je 35 €. Das Modul UP legen Sie wie die Unternehmerprüfung vor einer Kommission der Meisterprüfungsstelle ab, beim ersten und zweiten Antritt gebührenfrei. Für Erwachsene, die neben dem Beruf lernen, ist das Unternehmertraining der direktere Weg.
Der Entfall ersetzt nicht die Ausbilderprüfung. Die Meisterprüfungsstelle Wien hält ausdrücklich fest, dass nur die bestandene Unternehmerprüfung der Ausbilderprüfung gleichzusetzen ist, nicht ihr Entfall. Wer mit HAK-Abschluss einen Lehrbetrieb führen will, braucht deshalb zusätzlich die Ausbilderprüfung (Prüfungsgebühr laut WKO-Tabelle 141 €) oder einen Ausbilderkurs mit mindestens 40 Unterrichtseinheiten und Fachgespräch.
Anmeldung und Termine
Angemeldet wird bei der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer in dem Bundesland, in dem Sie antreten wollen, online über das Prüfungsportal pruefung.wko.at. Laut Unternehmerprüfungsordnung brauchen Sie dafür nur Urkunden zum Nachweis Ihres Namens. Zulassungsvoraussetzungen gibt es laut WKO keine, die Meisterprüfungsstelle Wien verlangt aber einen Nachweis der Volljährigkeit. Termine veröffentlichen die Landeskammern einzeln, jeweils mit eigenem Anmeldeschluss.
Nach der Anmeldung schickt die Prüfungsstelle eine Einladung mit Ort und Zeit beider Teile und der Liste der erlaubten Hilfsmittel. Wenn Sie einen Kurs buchen, planen Sie den Prüfungstermin gleich mit. Liegen zwischen Kursende und Prüfung mehrere Monate, lernen Sie einen guten Teil des Stoffes zweimal.
Voller Kurs, Kompaktkurs oder Selbststudium
Für die meisten ist die Wahl einfacher, als die Preisliste vermuten lässt. Wer täglich mit Rechnungen, Kalkulation und Personal zu tun hat, etwa als Büroleiterin in einem Handwerksbetrieb, kommt mit dem Kompaktkurs oder sogar mit Musterklausur und Skripten durch. Die zwei freien Antritte machen einen Versuch ohne Kurs vertretbar. Kostenlos ist er aber nur, solange Sie rechtzeitig absagen, wenn Sie merken, dass es noch nicht reicht.
Wer aus der Werkstatt kommt und noch nie einen Gemeinkostenzuschlag gerechnet hat, sollte den vollen Kurs mit 168 bis 188 Einheiten nehmen. Laut WIFI Tirol reichen die Inhalte von der Unternehmensgründung über Buchführung und Finanzen bis zur Mitarbeiterführung. Das ist Wissen, das spätestens beim Businessplan und mit dem ersten eigenen Mitarbeiter fällig wird. Der Halbtag "Fit für die mündliche Unternehmerprüfung" um 180 € lohnt sich vor allem für alle, die zwar gut rechnen, aber ungern frei vor einer Kommission sprechen. Weitere Angebote für die Zeit nach der Prüfung finden Sie bei der Fortbildung für Unternehmer an WKO und WIFI.
Diese Informationen ersetzen keine individuelle Beratung. Ob ein Zeugnis die Unternehmerprüfung ersetzt, entscheidet im Einzelfall die Meisterprüfungsstelle, bei der Gewerbeanmeldung die Gewerbebehörde. Stand der Informationen: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wofür brauche ich die Unternehmerprüfung?
Für jedes Handwerk, denn sie ist Modul 5 jeder Meisterprüfung, und für die meisten anderen reglementierten Gewerbe als Teil der Befähigungsprüfung. Freie Gewerbe können Sie ohne sie anmelden. Außerdem ersetzt die bestandene Prüfung die Ausbilderprüfung für die Lehrlingsausbildung.
Wie schwer ist die Unternehmerprüfung?
Eine offizielle Durchfallquote veröffentlicht die Wirtschaftskammer nicht, nur die Zahl der bestandenen Prüfungen: 2.443 im Jahr 2024 und 2.436 im Jahr 2025. Schwierig ist vor allem die Breite des Stoffes, von der Kostenrechnung bis zum Arbeitsrecht. Ob Sie bereit sind, zeigt die Musterklausur der WKO Wien.
Gibt es einen Online-Kurs für die Unternehmerprüfung?
Ja. Das WIFI Wien bietet das Unternehmertraining mit 180 Lehreinheiten online um 1.900 bis 1.980 € an, das WIFI Oberösterreich eine Live-Online-Variante mit 188 Trainingseinheiten um 2.490 €. Auch das WIFI Tirol hat eine Live-Online-Form. Die Prüfung selbst findet vor Ort bei der Meisterprüfungsstelle statt.
Was kostet die Unternehmerprüfung beim dritten Antritt?
493 € bei Prüfungen ab 1. Juli 2026. Die ersten beiden Antritte zahlt der Bund. Wiederholen Sie nur den schriftlichen oder nur den mündlichen Teil, sinkt die Gebühr auf 10 statt 14 Prozent der Bemessungsgrundlage.
Wie lange ist das Zeugnis der Unternehmerprüfung gültig?
Unbegrenzt. Die Unternehmerprüfungsordnung kennt kein Ablaufdatum, das Zeugnis wird bei späteren Meister- und Befähigungsprüfungen angerechnet und gilt bei der Gewerbeanmeldung überall dort als Beleg, wo die Befähigungsnachweis-Verordnung die Unternehmerprüfung verlangt.
Quellen
- RIS: Unternehmerprüfungsordnung, geltende Fassung
- RIS: § 21 Gewerbeordnung, Meisterprüfungen
- WKO: Prüfungsgebühren ab 1. Juli 2026 (PDF)
- WKO: Häufige Fragen zu Meister- und Befähigungsprüfung
- WKO Wien: Unternehmerprüfung, Infos für Wien
- WKO-Statistik: Bestandene Unternehmerprüfungen 2024 und 2025 (PDF)