Förderungen

KMU.DIGITAL 2026: Budget ausgeschöpft, kein Programm ab 2027, Alternativen

KMU.DIGITAL 4.0: Budget ausgeschöpft, keine Anträge mehr, kein Programm ab 2027. Was gefördert wurde, was für genehmigte Projekte gilt und welche Alternativen es gibt, etwa den Investitionsfreibetrag mit 20 %.

AutorRedaktionStand14. Oktober 2026Lesezeit3 Minuten

KMU.DIGITAL nimmt keine Anträge mehr an: Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist laut Programmseite vollständig ausgeschöpft, eine Antragstellung für Beratungs- und Umsetzungsförderung ist nicht mehr möglich. Ab 2027 wird das Programm wegen der Budgetkonsolidierung des Bundes nicht fortgeführt. Wer 2026 noch eine Digitalisierungsförderung sucht, muss auf andere Instrumente ausweichen, etwa den erhöhten Investitionsfreibetrag, der für Digitalisierungsinvestitionen bis Ende 2026 bei 20 % liegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • KMU.DIGITAL 4.0: Budget ausgeschöpft, keine neuen Anträge, keine Fortsetzung ab 2027.
  • Träger: Wirtschaftsministerium (BMWET) gemeinsam mit der Wirtschaftskammer. Die Beratungsförderung wickelte die WKÖ ab, die Umsetzungsförderung die aws.
  • Bereits genehmigte Projekte laufen nach den Förderrichtlinien weiter.
  • Alternative für Investitionen: Investitionsfreibetrag, für Anschaffungen bis Ende 2026 20 %, auch für Software im Bereich Digitalisierung.
  • Für Innovationsprojekte mit einer Forschungseinrichtung: FFG-Innovationsscheck bis 10.000 €.

Was KMU.DIGITAL gefördert hat

Das Programm lief seit 2017, die vierte Runde startete im Mai 2024. Es bestand aus zwei Modulen, die aufeinander aufbauten:

Modul
Förderung
Status- und Potenzialanalyse
80 %, höchstens 400 € je Tool
Strategieberatung
50 %, höchstens 1.000 € je Tool
Beratung gesamt
höchstens 3.000 € je Förderschiene
Umsetzung
30 % der förderbaren Kosten, höchstens 6.000 € je Förderschiene, Projektkosten 2.000 € bis 30.000 €

Quelle: Förderrichtlinien KMU.DIGITAL 4.0, Beratung und Umsetzung.

Neben der allgemeinen Schiene gab es KMU.DIGITAL & GREEN für die ökologische Transformation, mit den Handlungsfeldern Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneinsparung, Mobilität, Beschaffung und Lieferkette, Kommunikation und Strategie sowie betriebsinterne Maßnahmen. Beide Schienen waren kombinierbar, die Höchstbeträge galten je Schiene. Voraussetzung war eine Beratung vor der Umsetzung, und das Unternehmen brauchte eine behördliche GLN für ein Gewerbe oder einen freien Beruf. Eine UID-Nummer war nicht nötig.

Wer schon eine Zusage hat

Für bewilligte Projekte gelten weiter die Förderrichtlinien, nach denen sie genehmigt wurden, einschließlich der Fristen für Umsetzung und Abrechnung. Wer eine Zusage hat, sollte diese Fristen in der Förderzusage prüfen und die Abrechnung rechtzeitig vorbereiten. Ansprechpartner sind für die Beratung die Wirtschaftskammer und für die Umsetzung die aws.

Alternativen 2026

Investitionsfreibetrag

Wer in Digitalisierung investiert, kann den Investitionsfreibetrag nutzen. Für Anschaffungen nach dem 31. Oktober 2025 und vor dem 1. Jänner 2027 beträgt er 20 % der Anschaffungskosten, für Investitionen im Bereich Ökologisierung 22 % (§ 124b Z 480 EStG). Unkörperliche Wirtschaftsgüter wie Software sind grundsätzlich ausgeschlossen, im Bereich Digitalisierung aber begünstigt. Der Freibetrag gilt nicht bei pauschaler Gewinnermittlung und nicht für gebrauchte Wirtschaftsgüter.

FFG-Innovationsscheck

Mit dem Innovationsscheck mit Selbstbehalt bezahlt die FFG Forschungsleistungen, die ein KMU bei einer Forschungseinrichtung zukauft, mit bis zu 10.000 €, höchstens 80 % der Kosten. Er ist als Einstieg in Forschung und Innovation gedacht, nicht für die Einführung fertiger Software.

Weitere Förderungen

Einen Überblick über Programme des Bundes und der Länder für Selbstständige geben die Beiträge zu Förderungen für Selbstständige und zu Förderungen für Jungunternehmer. Für Investitionen in die IT-Sicherheit gelten daneben die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie, sofern das Unternehmen darunter fällt.

Häufige Fragen

Kann ich KMU.DIGITAL 2026 noch beantragen?

Nein. Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist ausgeschöpft, Anträge auf Beratungs- und Umsetzungsförderung sind nicht mehr möglich.

Gibt es KMU.DIGITAL ab 2027?

Nein. Laut Programmseite wird das Programm ab 2027 wegen der Budgetkonsolidierung nicht fortgeführt.

Was passiert mit bereits genehmigten Projekten?

Sie werden nach den Förderrichtlinien abgewickelt, nach denen sie bewilligt wurden. Die Fristen für Umsetzung und Abrechnung stehen in der Förderzusage.

Welche Förderung gibt es statt KMU.DIGITAL?

Für Investitionen den Investitionsfreibetrag, bis Ende 2026 mit 20 %, für Innovationsprojekte mit Forschungseinrichtungen den FFG-Innovationsscheck bis 10.000 €. Dazu kommen Programme der Länder.

Waren KMU.DIGITAL und KMU.DIGITAL & GREEN kombinierbar?

Ja, die Höchstbeträge für Beratung und Umsetzung galten jeweils pro Förderschiene.

Quellen