Finanzen

Geschäftskonto Vergleich Österreich 2026: 10 Anbieter, Gebühren, Empfehlungen

Geschäftskonto-Vergleich Österreich 2026: Erste Bank, Bank99, Dadat, Qonto, N26, Vivid, Revolut. Gebühren von 0 bis 79 Euro pro Monat. Empfehlung nach Unternehmenstyp.

AutorRedaktionVeröffentlicht26. April 2026Stand26. April 2026Lesezeit6 Minuten

Wer 2026 in Österreich ein Geschäftskonto eröffnet, hat 10 ernsthafte Anbieter zur Auswahl – von kostenlosen Online-Konten (Vivid, N26) bis zu Premium-Lösungen für KMU (Erste Bank Smart, Qonto Premium 39 Euro pro Monat). Der entscheidende Unterschied liegt nicht beim monatlichen Grundpreis, sondern bei den Buchungsgebühren, der Bargeld-Verfügbarkeit und der Anbindung an österreichische Buchhaltungssoftware.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preis-Range Geschäftskonten 2026: 0 bis 79 Euro pro Monat
  • Traditionelle österreichische Banken: 12 bis 34 Euro pro Monat plus Buchungsgebühren
  • Neobanken (N26, Vivid, Revolut): 0 bis 19 Euro, oft ohne klassische Filiale
  • Bank99: 4,99 Euro pro Monat mit österreichischer IBAN und Post-Filialen
  • Erste Bank EPU Smart: 11,45 Euro pro Monat
  • Qonto: 19 bis 39 Euro, Schwerpunkt EPU und KMU
  • Stand: April 2026

10 Anbieter im Direktvergleich

Anbieter
Preis ab
IBAN
Filiale
Erste Bank EPU Smart
11,45 €/Monat
AT
ja, dichtes Netz
Bank Austria Geschäftskonto
12-25 €/Monat
AT
ja
Raiffeisen Geschäftskonto
15-34 €/Monat
AT
ja
Dadat (Schelhammer Capital)
8-15 €/Monat
AT
nein, Online
Bank99
4,99 €/Monat
AT
Post-Filialen
Qonto Smart
19 €/Monat
FR oder DE
nein, Online
Qonto Premium
39 €/Monat
FR oder DE
nein, Online
N26 Business
0 €/Monat
DE
nein, Online
Vivid Business Standard
0 €/Monat
DE
nein, Online
Revolut Business
0-79 €/Monat
LT oder GB
nein, Online

Worauf bei der Auswahl achten

Sieben Faktoren entscheiden über die Eignung des Geschäftskontos.

1. Kontoführungsgebühr. Der Hauptkostenpunkt. Bei traditionellen Banken 12 bis 34 Euro pro Monat, bei Neobanken oft 0 Euro im Basis-Tarif.

2. Buchungsgebühren. Pro Transaktion typisch 0,25 bis 0,53 Euro bei klassischen Banken. Wichtig bei hohen Transaktionsvolumen – 200 Buchungen pro Monat × 0,40 Euro = 80 Euro Zusatzkosten.

3. Bargeldverfügbarkeit. Wer Bargeld einzahlen oder abheben muss, braucht Filiale. Online-Banken haben oft eingeschränkte oder kostenpflichtige Bargeld-Optionen.

4. Österreichische IBAN. Manche Geschäftspartner und Förderstellen akzeptieren nur AT-IBAN. Bei N26, Vivid, Qonto bekommen Sie meist DE- oder FR-IBAN – rechtlich gleichwertig, praktisch manchmal hinderlich.

5. FinanzOnline-Schnittstelle. Direkter Datenaustausch mit dem Finanzamt. Klassische AT-Banken haben das Standard, Online-Banken oft nur über Workarounds.

6. Buchhaltungssoftware-Anbindung. FinTS-, API- oder DATEV-Schnittstellen für sevdesk, FreeFinance, everbill oder BMD. Bei den meisten österreichischen Banken vorhanden, bei Neobanken oft Plug-in-basiert. Mehr in Buchhaltungssoftware-Vergleich.

7. Kreditkarten und Debit-Karten. Geschäftskreditkarte oft inklusive oder gegen Aufpreis. Wichtig für Auslandsreisen, Online-Einkäufe und Mietwagen-Buchungen.

Empfehlungen nach Unternehmenstyp

Sechs typische Konstellationen mit konkreter Empfehlung 2026:

Profil
Empfehlung
Grund
EPU mit wenigen Transaktionen
Vivid Standard oder N26 Business
Kostenlos, ausreichend für Basisbedarf
EPU mit Bargeld-Geschäft
Bank99 oder Erste Bank Smart
Filialen oder Post-Standorte
EPU mit hohem B2B-Transaktionsvolumen
Qonto Smart oder Dadat
Gute Buchhaltungssoftware-Anbindung, niedrige Buchungsgebühren
Kleines KMU mit 2-5 Mitarbeitern
Erste Bank Geschäftskonto oder Bank Austria
Persönliche Beratung, Lohnverrechnung-Anbindung
Online-Shop / E-Commerce
Qonto Premium oder Revolut Business
Multi-Currency, Stripe/PayPal-Integration
GmbH mit komplexer Buchhaltung
Raiffeisen, Erste Bank oder Bank Austria
BMD-Anbindung, Filiale für Notar-Termine, mehrsprachiger Support

Erste Bank EPU Smart: Der österreichische Standard

Das EPU Smart Konto der Erste Bank ist 2026 der Marktstandard für etablierte Selbstständige. Eckpunkte:

  • Monatsgebühr: 11,45 Euro (34,35 Euro pro Quartal)
  • Inklusive: 100 Buchungen pro Monat, Online-Banking, Zahlungsverkehr SEPA
  • Bonus: bis zu 200 Euro Eröffnungsbonus für Neukunden (Stand 2026)
  • Dichtes Filialnetz, persönliche Beratung möglich
  • Anbindung an FinanzOnline, BMD, gängige Buchhaltungssoftware

Schwäche: über 100 Buchungen pro Monat werden Zusatzgebühren fällig. Für sehr aktive Online-Shops oder Vermögensverwaltungen lohnt eine Variante mit höherem Buchungs-Kontingent.

Bank99: Preis-Leistungs-Sieger 2026

Bank99 ist eine Tochter der Österreichischen Post mit erstaunlich starkem Geschäftskonto-Angebot:

  • Monatsgebühr: 4,99 Euro
  • Österreichische IBAN
  • Bargeld einzahlen und abheben in über 1.700 Post-Filialen
  • Online-Banking und mobile App
  • Schwäche: weniger Beratungs-Tiefe als bei Universalbanken

Für Bargeld-orientierte EPU mit klassischem Tagesgeschäft (Friseure, Gastro, Einzelhandel) ist Bank99 die kostengünstigste Variante mit akzeptabler Bargeld-Logistik.

Qonto: Premium-Online-Anbieter

Qonto ist 2026 der bekannteste Online-Spezialist für KMU in Österreich. Stärken:

  • Smart 19 Euro / Premium 39 Euro pro Monat
  • Hervorragendes Buchhaltungs-Dashboard
  • Multi-User-Funktionalität für Teams
  • Direkte Anbindung an sevdesk, lexoffice, DATEV
  • Französische oder deutsche IBAN

Schwäche: Bargeld-Verfügbarkeit nur über Bankomatkarte, kein Filiale-Netz. Für reine B2B-Online-Geschäfte aber ideal.

Praxis-Tipp: Probemonat nutzen
Die meisten Anbieter bieten einen kostenlosen Testmonat oder eine reduzierte Anfangsphase. Vor dem definitiven Wechsel die Software-Anbindung an Ihre Buchhaltung testen, prüfen ob alle Features (FinanzOnline-Export, BMD-Schnittstelle, Multi-User) funktionieren. Erst nach erfolgreichem Test umfassend wechseln.

Wechsel des Geschäftskontos: Was zu beachten ist

Der Kontowechsel ist 2026 dank Wechsel-Service einfacher geworden:

  1. Neue Bank wählen und Konto eröffnen
  2. Wechsel-Service der neuen Bank in Anspruch nehmen – übernimmt SEPA-Mandate, Daueraufträge, Lastschriften automatisch
  3. Geschäftspartner informieren über die neue IBAN (mindestens 4 Wochen Vorlauf)
  4. Online-Zahldienste (Stripe, PayPal, Mollie) auf neue IBAN aktualisieren
  5. Buchhaltungssoftware auf neue Konto-Schnittstelle umstellen
  6. Altes Konto auflösen nach Übergangsphase von 2-3 Monaten

EPU vs. GmbH: Unterschiedliche Anforderungen

EPU und Einzelunternehmer können einfache, schlanke Konten nutzen. Bei GmbHs kommen zwei zusätzliche Anforderungen:

  • Stammkapital-Einzahlung: Bei Gründung müssen mindestens 5.000 Euro Bareinlage auf das Geschäftskonto kommen, mit Bankbestätigung. Reine Online-Banken mit Eröffnungsverzögerung können den Gründungsprozess ausbremsen – hier sind klassische Banken oder Bank99 schneller.
  • Geschäftsführer-Bezüge: Bei mehreren Geschäftsführern oder Lohnverrechnung empfehlen sich Universalbanken mit Multi-User-Funktionalität.
Achtung: Privatkonto nicht für Geschäftliches nutzen
Die Vermischung von privaten und geschäftlichen Bewegungen auf einem Konto ist bei Selbstständigen rechtlich riskant: das Finanzamt verlangt klare Trennung, viele Banken kündigen Privat-Konten bei nachweisbarer geschäftlicher Nutzung. Spätestens bei der Gewerbeanmeldung ein dediziertes Geschäftskonto eröffnen.

Kontoführungsgebühren steuerlich absetzen

Alle Geschäftskonto-Gebühren – Monatsgebühr, Buchungsgebühren, Kontoauszüge, Bankomat-Karte – sind voll als Betriebsausgaben absetzbar. Bei einem 19-Euro-Qonto-Smart-Konto entstehen 228 Euro pro Jahr Betriebsausgaben, was bei 40 Prozent Grenzsteuersatz 91 Euro Steuerersparnis bedeutet.

Wichtig: Privatkontogebühren sind nicht absetzbar – selbst wenn private Konten gelegentlich für Geschäftliches genutzt werden. Daher Reinheit der Trennung wahren.

Rechtlicher Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung. Konkrete Konditionen und Verfügbarkeit ändern sich häufig – bestätigen Sie alle Werte vor Vertragsabschluss direkt beim Anbieter. Stand der Informationen: April 2026.

Häufige Fragen

Welches Geschäftskonto ist 2026 am günstigsten?

Vivid Business Standard und N26 Business sind kostenlos. Bank99 mit 4,99 Euro pro Monat ist die günstigste Option mit AT-IBAN und Bargeld-Verfügbarkeit über Post-Filialen.

Brauche ich als EPU eine österreichische IBAN?

Rechtlich nicht, eine EU-IBAN ist gleichwertig. Praktisch akzeptieren manche Förderstellen oder Geschäftspartner nur AT-IBANs. Bei reinem B2B-Online-Geschäft ist eine FR- oder DE-IBAN von Qonto, N26 oder Revolut unproblematisch.

Was kostet ein Geschäftskonto bei Erste Bank 2026?

Das EPU Smart Konto kostet 11,45 Euro pro Monat (34,35 Euro pro Quartal). Inklusive sind 100 Buchungen, Online-Banking und Zahlungsverkehr SEPA.

Kann ich mein Privatkonto fürs Geschäft nutzen?

Rechtlich riskant. Das Finanzamt verlangt klare Trennung, viele Banken kündigen Privatkonten bei nachweisbar geschäftlicher Nutzung. Bei Gewerbeanmeldung dediziertes Geschäftskonto eröffnen.

Wie wechsle ich das Geschäftskonto ohne Aufwand?

Über den Wechsel-Service der neuen Bank – übernimmt SEPA-Mandate, Daueraufträge und Lastschriften automatisch. Geschäftspartner mindestens 4 Wochen vorher über neue IBAN informieren. Altes Konto nach 2-3 Monaten Übergang auflösen.

Quellen